DREHBEARBEITUNG OHNE NACHSPANNUNG


Die Massenfertigung kennt nur eine Entwicklungrichtung: kleinere Losen, Erhöhung der Varianten, Totalqualität, Reaktionsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Die Drehbearbeitung unterliegt dem gleichen Trend. Sie muss ihre Betriebsmittel den neuen Organisationsbedürfnissen anpassen, Besuch bei der Firma Société Industrielle de Boulay.

Das Unternehmen SIB-ADR hat zwei Werke: eins bei Boulay in Lorrein und eins bei Laboissière in Thelle; es produziert und verkauft Teile aus Metall und aus Kunststoff. Ein grosser Teil vom Fertigungsprogramm ist an die elektrischen Industrien gerichtet, für welche Standard- und Sonder-Artikel gefertigt werden.
Die Metallteile werden im Werk Boulay gefertigt. Es handelt sich vorwiegend um Stopfbüchsen, Kontermutter, Anschlüsse, Kabelmäntel, Klemmen und sonstige Zubehörteile. Die Firma produziert 80% der in den Handel gebrachten Ware. Bei einem Umsatz von etwa 90 MF, und einer Belegschaft von 135 Personen, exportiert das Unternehmen etwa 30% der eigenen Erzeugung, besonders nach Deutschland.

PRODUKTIVITÄTSERHÖHUNG DURCH INVESTITIONEN

Hier, wie in allen anderen Herstellungs-Unternehmen, welche etwa 5 Millionen Teile pro Monat produzieren, bedeutet die Produktionserhöhung ein ständiger Kampf. Hinzu kommt noch, dass man umsichtig investieren soll, was in einem Feld wo die Konkurrenz verbittert ist und die Unstimmigkeit der Geldspezialisten gegenüber den Produktionswesen ständig aufgebaut wird, nicht immer leicht ist.
Hier wie anderswo auch, sind die herkömmlichen Bearbeitungsmittel traditionell einspindlige und mehrspindlige Drehbänke gewesen. Da Problem war, diese Maschinen den neuen Anfordrungen gerecht zu gestalten. Herr Eichisky, Präsident und Generaldirektor der Gesellschaft SIB, sagt: "in Anbetracht der Losgrössen, der Lebensdauer der Produkte und der Betriebsbedingungen haben wir uns mit Erfolg für den Einsatz von Einzel- oder Doppelstangen-Transfermaschinen entschieden".
Die erfolgte Rationalisierung unterteilt das Produktionswesen in NC gesteuerten Drehbänken, mechanischen Mehrspindel-Drehbänken und Transfermaschinen. Diese Unterteilung bietet den Vorteil, den Ausnutzungsgrad der Maschinen zu erhöhen, die Stocksmengen zu reduzieren, obwohl die physiologische Grenze von 20% mit Rücksicht auf die Eigenschaften der Erzeugnisse nicht zu unterschreiten ist. Diese Logik wird von der Tatsache untermauert, dass die Materialkosten (es handelt sich um Messing) oft 50 bis 70% der Gesamtkosten der Erzeugnisse ausmachen.

TRANSFERMASCHINE : EINE LEISTUNGSFÖRDERNDE LÖSUNG

Die Firma SID-ADR hat sich mit 5 Transfermaschinen ausgestattet, davon 4 von der Firma BUFFOLI, welche in Frankreich von der Firma EVAMO vertreten ist. Zwei von diesen Maschinen waren zur Fertigung von Losen von 10.000 bis 200.000 Stück vorgesehen (heute produziert der Kunde mit den BUFFOLI-Einzelstangen-Maschinen wirtschaftlich auch Losgrössen von 500-5.000 Stück). Es wurden drei Doppelstangen- und eine Einzelstangenmaschine s.Z. geliefert (in der Zwischenzeit hat der Kunde eine weitere Einzelstangenmaschine bezogen). Das Bauprinzip der Doppelstangenmaschine bietet den Vorteil von einer erheblichen Flächen-Ersparnis, wobei die Investition von 3,2 Millionen Franken weitgehend optimiert wird.
Diese Transfermaschinen sind wahrhaftige Bearbeitungszentren welche mit 6-Kant Stangen versorgt werden (es können aber auch runde oder Profil-Stangen in Einsatz kommen). Die Bearbeitung der Werkstücke ist vollständig, bis auf das Auswerfen, automatisiert. Die vier Maschinen werden von nur zwei Bedienern gewartet und können eigenständig arbeiten. Diese Eigenständigkeit rührt hauptsächlich von der Möglichkeit her, dass die Stangen bündelweise zugeführt werden können.
"Man kann annehmen, dass vergleichsmässig eine Transfermaschine etwa vier mechanischen Mehrspindeldrehbänken gleich kommt. Diese Betrachtung ist entscheidend, wenn man bedenkt, dass die Investitionskosten praktisch gleich mit dem Aufwand für eine moderne Mehrspindeldrehbank kommen". Dies sagt Herr Eichisky, welcher die Wahl sehr gründlich erwogen hat.
Die getroffene Wahl stärkt unbestreitbar die Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens, auch wenn man die begrenzten Verdienstspannen berücksichtigt, aber insbesondere, wenn man die Investitions- und Flächenkosten in Anbetracht zieht, welche für viele Firmen ein wichtiger Posten für die Bestimmung der Gesamt Herstellungskosten darstellt. Dies ist aber nicht alles: die Umrüstzeiten sind praktisch auf ein Drittel gegenüber den Umrüstzeiten der herkömmlichen Maschinen reduziert worden. Der Wiedereinzug vom investierten Kapital erfolgt also viel schneller, wenn man diese zwei Produktivitäts-Faktoren berücksichtigt.
Andererseits, sagt Herr M. Kiefer Chef der Arbeitsvorbereitung, darf man den Umstand von rotierendem Werkzeug nich ausser Acht lassen, weil dieser Umstand eine bessere Anpassung der Schnittbedingungen gestattet, wobei die besseren Arbeitsbedingungen für den Bediener, insbesondere in Punkto Geräuschentwicklung, noch hinzu kommen.
Die Bearbeitunsqualität ist optimal infolge der Unabhängigkeit der Arbeitsstationen, der gleichmitte Aufspannung des Werkstückes und der Möglichkeit 4 oder mehr Werkstückflächen zu bearbeiten. Die Transfermaschinen bieten ausserdem die Möglichkeit, 1, 2 oder 4 Teile pro Takt zu produzieren.

EIN DEN HEUTIGEN PRODUKTIONSANFORDERUNGEN ANGEPASSTEN BEREICH

Die Firma BUFFOLI baut Stangen-Transfermaschinen in einem Bereich wo drei Modelle vertreten sind: TRB45, TRDB45, TRB75 (Redaktionsbemerkung: vor kurzem wurden die Modelle TRB25 und TRDB25 hinzugefügt). Das Modell TRB45 für Einzelstange und TRDB45 für Doppelstange kann Stangen mit Ø von 15 bis 45 mm verarbeiten. Das Modell TRB75 für Einzelstange, kann Stangen mit Ø von 30 bis 75 mm verarbeiten. Die Maschine kann sehr leicht den Sonderanforderungen angepasst werden.
Die integrierten Stangen-Zuladungseinrichtungen gestatten einen automatischen Betrieb bei Zuladung von Stangenbündeln bis 3 Tonn Gewicht und Stangenlängen bis 6 m. Die Stangenreste sind sehr kurz (bis 5 mal kürzer), sodas ein Materialersparnis gewährleistet ist. Die Stangenreste werden automatisch in einen separaten Behälter abgeworfen. Der Bediener kann mit einer einfachen und wirksamen Einrichtung, die Totalqualität erreichen. Diese Einrichtung gestattet die Überwachung der bestimmenden Masse, unter Berücksichtigung des Werkzeugverschleisses.
Die Bediener erfahren sehr rasch und sicher durch eine optimierte Numerische Kontrolle die Bedienung der Maschine für alle Bearbeitungsoperationen. "Wir waren durch eine schnelle und wirksame Anweisung, welche keinen Vergleich zu den üblichen Schulungen hat, sehr rasch betriebsbereit" eine Bestätigung von Herr Eichinsky.
Der Bediener hat Zugang zu einer Numerischen Steuerung als Gesprächspartner. Die Programme können an der Maschine oder im Büro fertiggestellt werden. Alle Bearbeitungsparameter können mit einem Kontroll-PC gespeichert werden. Vorhanden sind unter anderem DNC Anschluss, Modem für Fern-Kundendienst, System für die Aufbewahrung der Produktionsdaten, sowie die Statistik der Maschinen-Stillstandzeiten, weil die Multiprocessor-CNC die ausgedehntesten Anwendungen erlaubt.

EINE IN DER WIRTSCHAFT VERANKERTE ZUKUNFT

"Der Grundsatz der Transfermaschine für die Drehbearbeitung angewandt, gewährleistet eine bedeutende Entwicklung dank der wirtschaftlichen Vorteile die er den Drehbearbeitungsunternehmen bietet": so der Abschluss von Herrn Jullière, Inhaber der Firma EVAMO, welche diese Transfermaschinen vermarktet.

Als Ergebnis einer seriösen, wohlüberlegten Analyse der Marktumstände kann man schliessen, dass die Transfermaschinen ihre Zukunft in die wirtschaftliche Entwicklung einschreiben, so wie es seinerzeit bei den numerisch gesteuerten Werkzeugmaschinen der Fall gewesen ist.


 
 

Buffoli Transfer S.p.A. © 2006